Die 10 Fragen der Food-Fotografie

Hier möchte ich einen kleinen Überblick der wichtigsten Themen im Bereich Food-Fotografie geben. Es ist nicht immer entscheidend mit welcher Kamera man fotografiert. Viel entscheidender sind dafür andere Dinge – wie z.B. der Ort und das Licht. Und auch in der Nachbearbeitung kannst du noch sehr viel mehr aus deinen Bildern herausholen. Es gibt 10 Fragen die du dir bei jedem Food-Foto stellen solltest. Diese Fragen helfen dir zu besseren Food-Fotos zu kommen (und sind nebenbei auch für andere Fotos sehr hilfreich).

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Die 10 Fragen der Food-Fotografie

  1. Habe ich eine Idee wie mein Bild am Ende aussehen soll? #IDEE
  2. Kenne ich meine Kamera/Smartphone, um die richtige Aufnahme-Einstellung zu wählen? #KAMERA
  3. Habe ich alle notwendigen Probs (= Geschirr/Deko/etc.) um mein Setting aufzubauen? #PROBS
  4. Ist der Untergrund/Hintergrund für meine Aufnahme gewählt und vorbereitet? #HINTERGRÜNDE
  5. Wie steht das Licht – wo kann ich mein Setting für gutes Licht aufbauen? #LICHT
  6. Brauche ich weitere Technik für die Aufnahme (z.B. Stativ, Abdunkler, Aufheller)? #TECHNIK
  7. Wie sieht die Perspektive meiner Aufnahme aus? #PERSPEKTIVE
  8. Ist mein Setting „ready“, damit das fertige Gericht nur noch hineingesetzt werden muss? #STYLING
  9. Kenne ich mich in der Bildbearbeitung aus, um das Beste aus meinem Bild herauszuholen? #NACHBEARBEITUNG
  10. Habe ich Zeit und vielleicht eine Begleitung um das geshootete Gericht zu genießen? #GENUSS

Für alle 10 Fragen möchte ich euch ein paar Tipps und Anregungen weitergeben – die dir helfen an alle zu denken. Unabhängig davon ist deine Kreativität und dein eigener Bildstil das wichtigste in der Fotografie und dabei ist es egal was du fotografierst. Ich empfehle da immer sich vorher ein Food-Board zu machen und die Bilder darin zu speichern, die du am schönsten findest. So ergibt sich sehr schnell ein eigenes Bild von deinem Stil und du kannst dich (vor allem auch bei der Bildbearbeitung) darauf konzentrieren und immer wieder vergleichen.

#1: IDEE

Es gibt viele Bücher und Plattformen um die eigene Kreativität anzuregen. Wenn es darum geht, dass du selbst auf neue Dinge und Foto-Styles kommen möchtest, empfehle ich immer sehr gerne das Buch von Dort Nielsen und Sarah Thurber „Die Kunst des kreativen Denkens. Assoziation, Inspiration, Idee“ (PicturedbyBetty Amazon Affiliate Link). Dort sind viele anschauliche Methoden erklärt, wie man auf neue Ideen kommt. Diese Methoden kannst du gut verwenden.

Zudem ist Pinterest eine meiner Lieblingsplattformen um Moodboards zu erstellen. Ich erstelle für jedes meiner Shootings zuerst ein Moodboard und stimme das mit meinen Kunden ab. Genauso kannst du für deine Ideen auf einer Pinnwand all die Bilder sammeln die dir dazu gefallen. Daraus lässt sich dann visuell ein eigenes Bild erstellen. Hier empfehle ich dir unbedingt das Bild vorher aufzumalen – dabei ist es vollkommen egal wie die Zeichnung aussieht. Hauptsache du hast deine Idee visualisiert und kannst so entspannt starten.

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#2: KAMERA

Ganz wichtig ist es deine Kamera zu kennen. Ob du mit einem Smartphone oder mit einer digitalen Kamera fotografierst ist dabei egal. Das wichtigste ist die Grundlagen der Fotografie zu kennen. Du solltest das Zusammenspiel zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO kennen. Wenn du mit einer Wechselobjektiv-Kamera arbeitest, solltest du dir darüber bewusst sein, welche Auswirkungen dein Objektiv bzw. die Brennweite auf das Ergebnis haben. Falls du hier noch nicht ganz sicher bist gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten diese Dinge zu erlernen. Sehr gerne z.B. auch in meinem Workshop Food & Fotografie Workshop im Februar 2020 oder im Rahmen eines individuellen Coachings bei mir.

#3 PROBS

Ob Geschirr, Besteck, Brettchen, Teller oder Zutaten. Probs für dein Bild findest du überall. Ich schaue mich hier gerne bei Butlers, Depot oder Westwing um. Ein kleiner Tipp an der Stelle: wenn du starkes Sonnenlicht an einem Fenster hast und ein schönes Glas mit Wasser füllst, erhält du wundervolle Schatten auf deinem Bild. Ich liebe es mit Gläsern und Flüssigkeiten zu fotografieren. Dadurch entsteht immer ein sehr eleganter und einmaliger Look. Zudem findest du auch viele spannende Probs auf Flohmärkten oder zum Beispiel im Keller deiner Eltern. Bei Lebensmitteln und sonstigen Zutaten entscheide ich mich immer für Bio.

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4# Hintergründe

Meine Hintergründe erstelle ich in der Regel selbst. Dafür findest du alles im regionalen Baumarkt. Was ich auch sehr oft nutze sind größere Fotokartons oder altes Holz. Dabei hat die Kreativität keine Grenzen. Wie wäre es mal durch Glas zu fotografieren oder ein Steinbrett zu wählen. Wichtig ist nur, dass die Oberflächen und Hintergründe eine entsprechende Größe haben, um alles auf dein Bild zu bekommen. Auch hier lohnt sich der Weg zum Flohmarkt oder auch mal in ein Sägewerk. Ich werde auf meinem Blog bald noch einen Beitrag zu meinen Hintergründen veröffentlichen. Dort zeige ich dir wie ich diese selbst erstelle und was du dafür brauchst.

#5 Licht

Licht ist die wichtigste Sache für dein Bild (neben der Kamera). Mit dem bewussten Einsatz von Licht oder auch mit dem bewussten Verzicht auf Licht kann man die schönsten Ergebnisse erzielen. Das gilt an der Stelle nicht nur für die Food-Fotografie. Es gibt viele Möglichkeiten an Licht zu kommen. Entweder du hast ein Fenster mit ordentlich Licht oder du nutzt künstliches Licht z.B. in Form einer Softbox (hierzu habe ich mein aktuell genutztes Equipment in einem eigenen Beitrag aufgelistet). Egal wie, über die Lichtführung in deinem Bild solltest du Bescheid wissen. Auch der Verzicht auf Licht bzw. die bewusste Beleuchtung eines Bereiches sind Themen die deine Bilder besser machen. Zum Thema Licht wird es bald auch einen eigenen Beitrag geben – darüber könnte man auf jedenfall Bücher schreiben. Aus welcher Richtung das Licht kommt spielt in der Food-Fotografie zudem auch eine wichtige Rolle.

#6 TECHNIK

Falls das Licht nicht besonders gut ist, empfehle ich ein Stativ. Falls das Licht zu stark ist und zu viele Reflexionen z.B. auf deinem Teller entstehen, kannst du mit einem Diffusor das Licht streuen. Wenn z.B. eine Seite zu Dunkel ist, kannst du mit einem Reflektor die Schatten aufhellen. Genauso kannst du mehr Dramatik erzeugen, wenn du Abdunkler verwendest. Es gibt sehr viele Möglichkeiten ein technisches Setting aufzubauen. Das wichtigste dabei ist auch hier die Idee hinter dem Bild. Danach legst du dein technisches Setting an und nutzt die erwähnten Dinge oder nutzt sie bewusst nicht.

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#7: PERSPEKTIVE

Nachdem du dein Setting aufgebaut und gestylt hast, kannst du die verschiedensten Aufnahmen aus unterschiedlichsten Perspektiven machen. Wenn mein Setting steht mache ich das meistens. Dabei gibt es neben der „Vogelperspektive“ die Möglichkeit besondere Details aufzunehmen. Du kannst dein Setting aus den verschiednen Himmelsrichtungen fotografieren. Oder als besondere Idee: du fotografierst dein Setting mit einem Störer vor der Kamera – z.B. durch ein Glas oder vor einer Pflanze. Das bringt Unschärfe und Besonderheit in dein Bild. Eine interessante Idee ist auch die Aufnahme von unten. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Und das Schönste ist: wenn du verschiedene Perspektiven hast, hast du ein harmonisches Set an Bildern, die alle hervorragend zusammenpassen.

#8: STYLING

Für dein Styling kannst du die Gestaltungsprinzipien der Fotografie anwenden. Begriffe wie die Drittel-Regel und der Goldene Schnitt sind hier wichtig. Ein wesentliches Prinzip ist das der ungeraden Anzahl. Wenn du z.B. Pralinen fotografierst wählst du immer eine ungerade Anzahl (z.B. 1/3/5). Die Anordnung kann dabei in z.B. S-Form sein. Es gibt hier viele Gesetzte, die auf Design-Prinzipien basieren und deinem Bild mehr Stimmung und Anziehungskraft geben. Das Styling deines Food-Fotos ist nicht zu unterschätzen. Als Empfehlung: schule deinen Blick. Schaue dir andere Food-Fotografien an und überlege welche Gestaltungsprinzipien hier zugrunde liegen. Mit jedem Setting wirst du besser, versprochen.

#9: NACHBEARBEITUNG

Grundsätzlich empfehle ich immer im RAW-Format zu fotografieren. Nachdem das Foto gemacht wurde hast du dadurch ein unentwickeltes Bild. Aus einem unentwickelten Bild kann man z.B. mit Lightroom wesentlich mehr herausholen, als aus einem JPG. Ein JPG verliert an Qualität je mehr Bearbeitung darauf stattfindet (wobei man dabei immer abwägen muss für welchen Zweck das JPG verwendet werden soll). Für die Nachbearbeitung gibt es viele Tools und vor allem auch Apps auf dem Handy. Meine Favoriten sind Lightroom Classic CC (ca. 12 Euro im Monat + Photoshop inklusive) und seit neuestem Capture One (24 Euro im Monat). Die günstige und hochwertigste Alternative auf dem Handy ist definitiv Snapseed. Für die Nachbearbeitung deiner Fotos sind viele Dinge wichtig – aber bei der richtigen Bearbeitung kannst du dein Bild zu strahlen bringen. Stell mir hier gerne deine Fragen für weitere Details.

#10: GENUSS

Der allerwichtigste Punkt kommt zum Schluss. Nimm dir nach getaner Arbeit genügend Zeit zum genießen. Und im Bestenfall genießt du den ganzen Prozess bis an diesen Punkt auch schon. Fotografieren, wie auch Essen, hat für mich sehr viel mit Genuss und Leidenschaft zu tun. Beides entfacht Leidenschaft und soll uns daher auch ins Hier und Jetzt zurück holen, indem wir uns voll und ganz auf den Moment konzentrieren. Ich vergesse oft die Zeit wenn ich fotografiere. Und es fühlt sich einfach wundervoll an im Moment zu sein. Genauso geht es mir bei gutem Essen. In diesem Sinne „Mahlzeit“.

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Und jetzt?

Jetzt kennst du die wichtigsten 10 Fragen der Food-Fotografie. Ich würde mich wahnsinnig freuen wenn du deine Ergebnisse und Aufnahmen mit mir teilst. Zum Beispiel per Email an hello@picturedbybetty.de oder auf Instagram unter dem Hashtag #picturedbybettyhowto. Lass mir auch gerne ein Kommentar da, z.B. wie dir mein Beitrag gefallen hat oder stell mir deine Frage. Ich freue mich von dir zu lesen.

 

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